Aufgeblättert

Martin Droschke | Kultur | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Tyrannische Väter sind ein harter Brocken, an denen ihre Sprösslinge lebenslang zu schlucken haben. Ein Patentrezept gibt es nicht, und Mord gilt nach wie vor als umstritten. Bleiben Krankheiten als Defensivstrategie, die einen Heranwachsenden beispielsweise dann befallen, wenn der Vater als Österreicher noch in den Sechzigerjahren Hitlers Theorie des unwerten Lebens anhängt - und in jenem politischen Kreis aktiv ist, dessen Jugendorganisation Jörg Haider eine erste Plattform zur Agitation bietet. Kein Wunder also, dass den Sohnemann in Balduin Winters der Erzählung "Jugend eines Haies" auch während eines Familienurlaubs in Piran epileptische Anfälle überkommen. Markiert doch der Ausflug an die istrische Küste erstes Aufbegehren gegen die kindliche Bindung an die Eltern. Gleich hinter der Grenze wartet Ljubica, die Personifikation menschlicher Wärme. Jenseits der damaligen politischen Demarkationslinie wird der Junge erstmals eine große Alternative namens Liebe schmecken. Österreich,

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