Flagge zeigen

Homoparade. Am Samstag findet zum fünften Mal die Regenbogenparade statt. Die Ringdemo "andersrum" steht heuer unter dem Motto "Zeigt Flagge".

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 24/00 vom 14.06.2000

Wieso sah man auf den letzten Donnerstagsdemos eigentlich kaum mehr Regenbogenfahnen, das Symbol der Homobewegung? Eine Erklärung dafür wäre, dass die meisten Buntfahnen in der Wäsche sind, damit die Farben kommenden Samstag besser leuchten. Dann nämlich geht zum fünften Mal die Regenbogenparade über den Ring - selbstverständlich andersrum. In diesem Jahr steht die Parade unter dem kämpferischen Motto "Zeigt Flagge". Erwartete 80.000 Lesben, Schwule, Transgenders und befreundete Heteros, kurz: Österreichs Queer Community, wird sich im Schatten der Regenbogenfahnen versammeln, feiern, marschieren und andere Lebensentwürfe sichtbar machen.

Traditionell ist die Parade ein buntes Fest der Lebensfreude, allerdings war sie zugleich auch immer politische Demonstration. Und angesichts der aktuellen politischen Lage versteht sich die Parade auch teilweise als Widerstand gegen die schwarz-blaue Regierung. "Lesben, Schwule und Transgender-Personen fühlen sich durch die momentane reaktionär-nationale Regierung bedroht", sagt Cornelia Lichtenegger, Präsidentin des veranstaltenden Vereins CSD. "Die Parade muss dieses Jahr ein Teil der Widerstandsbewegung gegen diese Regierung und gegen das Klima des Hasses in diesem Land sein."

Gestartet wird um 15 Uhr am Schwedenplatz, die Route führt über Börse, Uni, Burgtheater bis zum Heldenplatz. Von Showbühnen entlang der Strecke werden die Paradeteilnehmer künstlerisch oder politisch angefeuert. Zur Regenbogen-Celebration ab 18 Uhr am Heldenplatz werden Spitzenpolitiker der Opposition und internationale Stargäste aus Kunst und Pop erwartet, die der Veranstaltung Parolen und Glamour verleihen sollen.

Eigentlich ist die Regenbogenparade 2000 nur eine Probe für nächstes Jahr. Dann wird nämlich in Wien Europride stattfinden, ein Event, bei dem Gäste aus ganz Europa erwartet werden. Ob Rathaus und Parlament dann allerdings die Regenbogenflagge zeigen werden, steht noch in den Sternen.


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