Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

... gab es einen Bericht von Gabi Hift über ein Solidaritätsfest zugunsten der Kritischen Mediziner, die den Prozess gegen den Psychiater Heinrich Gross verloren hatten.

"Gross ist ..."

Unisono: "Ein Faschist!"

Vor kurzem fand ein Monster-Solidaritätsfest gegen den Psychiater Gross statt, der zur Zeit des Faschismus an Hitlers Euthanasieprogramm mitgewirkt hat und an der Tötung von Hunderten Kindern beteiligt war. Die Fakten sind hinlänglich bekannt: Die Arbeitsgemeinschaft "Kritische Medizin" wollte einen Vortrag von Gross über die "Tötungsdelikte von Geisteskranken" verhindern und verteilte bei der Gelegenheit ein Flugblatt. Gross klagte den Verantwortlichen, Werner Vogt, auf Ehrenbeleidigung. Trotzdem sich die Schuld von Gross im Lauf der Verhandlung klar herausstellte, verlor Vogt den Prozess. Das ist ein Justizskandal und kostet Geld - deswegen gabs ein Solidaritätsfest. Wie alle Geschichten hat auch diese eine Vorgeschichte. "Aufgedeckt" wurde die Affäre Gross bekanntlich nicht von der KritMed, sondern vom Kurier. Der war damals allerdings an der Veröffentlichung nicht interessiert. Wenig verwunderlich - die Psychiatrie wurde damals nur von kleinen Insiderkreisen in Frage gestellt, die öffentliche Berichterstattung beschränkte sich auf lüsterne Geschichten über irre Mörder.


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