Überwachungsstaat

Big Brother. Die nützlichen Container-Idioten beseitigen die Hindernisse für autoritäre Bespitzelungssysteme.

Vorwort | Madeleine Petrovic | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Die erste Etappe des "Big Brother"-Spektakels auf RTL 2 ist vorbei, die neuen Heroes tingeln zwischen Talkshows, Soundstudios und Foto-Shootings herum. Die öffentliche Kritik an "Big Brother" war vielfältig: unzulässiger Verkauf der Privatsphäre, Glorifizierung von Banalität und Idiotentum, unmoralische Verpflichtung zu temporärem Analphabetentum. Aber was solls? Der Erfolg des Container-Fadesse-Programms lässt derlei Kritik läppisch erscheinen. Die nächsten Container-Events werden vorbereitet. Bald schon stehen Variationen aller Art ins Haus; Inselspiele, Busfahrten und so weiter. Die Kids wollen "Big Brother". Das ist cool und locker, strengt nicht an, kann gleichzeitig mit Gameboy und Playstation konsumiert werden und hat sogar einen gewissen sozialen Touch, weil nicht der favorisierte Yuppie den Container als Sieger verlässt, sondern ein punkiger Exhausbesetzer. Doch auch manche Oldies fahren auf die Überwachungsshow ab, denn wie stellten Staberl (Kronen Zeitung) und Gerd


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