Was War

Politik | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Red Brother Einen seltsamen Begriff von moderner Meinungsforschung hat die Grazer SPÖ. Die Steirer Stadtroten forderten ihre Mitglieder auf, die politische Gesinnung ihrer Wohnnachbarn auszukundschaften. "Wir möchten dich um deine Mithilfe bitten und von dir wissen, von wem du glaubst, dass er oder sie bei einem der letzten drei Wahlgänge die SPÖ gewählt hat", baten die Funktionäre um demoskopische Hilfe. Dem Rundschreiben beigelegt war ein Wählerverzeichnis des entsprechenden Sprengels. Inzwischen wurde die Aktion gestoppt.

Was Kommt SMS-Kampagnen "Psst, Strasser hört mit, Scheibner auch, Haider bald - Blau-Schwarz will Überwachungsstaat - Grüne warnen." Wer diese geheimnisvolle Botschaft in den vergangenen Tagen auf seinem Handy empfangen hat, sei beruhigt: Nicht jedes Telefonat wird automatisch gleich vom Innen- oder Verteidigungsministerium mitgeschnitten. Die Grünen wollen mit ihrer SMS-Kampagne bloß auf die vielfältigen behördlichen Abhörmöglichkeiten hinweisen, die ihrer Ansicht nach einen Überwachungsstaat schaffen würden. Aufmerksam gemacht hat die Öko-Partei mit der Aktion aber auch auf die vielen Belästigungen, die potenziellen Wählern dank moderner Informationstechnologie in Wahlkämpfen künftig blühen werden.

Was Fehlt Treffen Haider-Fagan Ed Fagan, gefürchteter Anwalt Tausender Holocaustopfer, wird wieder aktiv. Vergangenen Montag wurde bekannt, dass er sich mit Jörg Haider treffen will. Fagan soll Haider als "zweifellos die überzeugendste und brillanteste Führergestalt in Österreich" bezeichnet haben. Vielleicht führt Fagan mit seinen Komplimenten ja ganz anderes im Schilde. In Kärnten liegt ja das Bärental. Es wurde in den Dreißigerjahren arisiert und gelangte später durch eine Schenkung in den Besitz Haiders. Eine Verwandte der damals vertriebenen jüdischen Eigentümer hat bereits eine Klage angekündigt. Ob Fagan davon weiß?


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