Die Sanktionsshow

Inszenierungen. In der allgemeinen Hysterie um die Sanktionen zieht die schwarz-blaue Regierung das gelungenste Patriotenspektakel seit der Waldheim-Wahl ab.

Politik | Gerald John | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Das Lächeln der Benita Ferrero-Waldner wird längst in alle Sprachen übersetzt. "Siempre son riendo", kommentiert ein spanischer Journalist, als die Außenministerin gemeinsam mit Wolfgang Schüssel den Saal betritt. Nicht nur Ferrero strahlt, auch der Kanzler ist bei der Pressekonferenz anlässlich des EU-Gipfels in Feira die Herzlichkeit in Person. Die beiden bewahren Contenance. Immer und überall. Obwohl sie die Sanktionen der EU-14 "tiefer" träfen, als "das den Eindruck macht". Obwohl es eigentlich oft genug zum Aus-der-Haut-Fahren wäre: Da saniert man das Budget, sprengt ganze Reformstaudämme, entschädigt Zwangsarbeiter und tut sonst nichts Böses. Und was hat man davon? Ächtung durch die EU-Staaten! Trotzdem wird die Regierung weiterkämpfen. Für Österreich.

Aus weniger staatstragender Perspektive stellt sich die Situation etwas anders da. Dietmar Ecker, PR-Berater und ehemaliger Kommunikationschef der SPÖ, glaubt den Sanktionsrummel als geschickt inszeniertes Schauspiel


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige