"Ich hau dir die Zähne ein"

Polizei. Folterverdacht im Fall Imre B. Die Schwester des Polizei-Hauptbelastungszeugen behauptet, in der Nacht des Todesschusses beim Verhör verprügelt und bedroht worden zu sein. Von Beamten der SEK. Der Polizeipräsident untersucht.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

"Du Scheißfut! Du Hure! Geh schneller. Der Nächste, den ich anblas, bist du!" Ohrfeigen, Erniedrigungen, Beschimpfungen, Drohungen. Es sind Beschreibungen eines polizeilichen Verhöres, wie man es in der Wachstube eines totalitären Polizeistaates vermuten würde. Doch sie stammen von einer unbescholtenen Frau und ihrem Freund, die am Kommissariat in der Wattgasse einvernommen wurden. Genauer: von Beamten der Sondereinsatzgruppe Kriminaldienst (SEK). Auch die junge Frau ist exponiert: Maria S. (Name geändert und der Redaktion bekannt) ist die Schwester eines Zeugen, der den "unglücklichen Todesschuss" auf den unbewaffneten Imre B. beobachtet hatte.

Frau S. ist unbescholten. Sie und ihr Freund Thomas H. erzählten dem Falter erstmals von jener Amtshandlung, die sich, kurz nach dem Todesschuss auf Imre B., am Kommissariat Wattgasse ereignet haben soll. Polizeipräsident Peter Stiedl versprach gegenüber dem Falter die "schwerwiegenden Vorwürfe umgehend zu untersuchen". Ein gerichtliches


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