Einst bezaubernd ...

Österreich-Bild. Wie uns das Ausland sieht. Über das Image Österreichs zwischen Kulturereignis und "Rechtswalzer".

Medien | Kurt Luger | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Zwei Polizisten vor der Wiener Oper, ein Tourist tritt hinzu und fragt den einen: "Do you speak English? Polizist schüttelt den Kopf. "Parlez-vous francais?" Polizist schüttelt erneut den Kopf. "Parlate italiano?" Kopfschütteln. Tourist zieht frustriert ab.

Sagt der andere Polizist bewundernd: "So viele Sprachen sollte man halt sprechen können!" Der Erste: "Na und, hats ihm was gnutzt?"

Österreich ist anders. Zwei Milliarden Spenden für "Nachbar in Not" - aber auch Omofuma. Gesellige Leute - "So jung kumma nimmermehr z'samm" - und Tourismusweltmeister, aber mit Tendenz zur Ausländerfeindlichkeit und einem der schärfsten Einwanderungsgesetze Europas. "Mia san mia" - ein verunsichertes Land, das die hohe Geschwindigkeit der Moderne und der Veränderungen in Europa nur schwer verkraftet, in dem aber bald jeder Dritte ein Handy hat und Volksschulkinder neuerdings zwei Fremdsprachen lernen. Eines der reichsten Länder der Welt, aber die Zahl jener, die um ihr kleines Glück kämpfen und


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