Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Das türkische Fernsehen (zumindest das türkische Fernsehen, das ich kenne) hat ganz eigene Gesetze. Erst ist da dieser ständige Missklang, der sich über jeden Ton legt wie Novembernebel über Galatasaray. Der Missklang hat seine Ursache in einem Naturgesetz des türkischen Fernsehkosmos, demzufolge jedes Tonereignis extrem übersteuert werden muss. Ein Effekt, den man hierzulande nur von alten Schwarz-Weiß-Geräten schwerhöriger Pensionistinnen kennt. Dieses Übersteuern liegt über allem, über Mopedwerbung genauso wie über den anatolischen Wetterprognosen und erst recht über den türkischen Pendants zu unseren Musikantenstadln.

Das türkische Fernsehen kann nämlich inhaltlich durchaus mit vertrauten Formaten aufwarten. Es gibt sogar eine Art Franz-Antel-Filme mit Schauspielern, die in der Türkei etwa jenen Kultstatus genießen dürften, wie das bei uns nur von Franz Muxeneder, Gunther Philipp und dem jungen Peter Weck bekannt ist. Fernsehen spricht eben doch eine internationale Sprache und wir warten sehnsüchtig darauf, dass uns diese Theorie einst auch mit der Einspeisung der lettischen Television bestätigt wird.


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