Der echte Container

Flüchtlinge. Nicht jeder, der in einer Wellblechhütte lebt, wird Fernsehstar. Am Flughafen Schwechat werden unerwünschte Aslywerber bis zu zwei Monate in einen Container, den Sondertransitraum, gesperrt.

Spezial | Eva Weissenberger | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Außen blaues Wellblech und dunkles Holz. Innen helle Spanplatten. Schlafräume mit Stockbetten, Aufenthaltsraum, kleiner Garten. Nur vier Kameras, dafür aber zwei Duschen. Rundherum eine zwei Meter hohe Mauer.

Container sind cool. Mit Kameras ausgestattet noch cooler. Das weiß inzwischen jeder im RTL-Sprachraum. Und die paar Kabelverweigerer wissen es spätestens, seit der deutsche Agent provocateur Christoph Schlingensief vor der Oper Scheinasylanten mit Web-Cams beobachtet und drumherum einen Medienrummel inszeniert, der die Wiener Claus Peymann wehmütig vermissen lässt.

Aber nicht auf alle, die im Container leben, warten Hitparade und Harald Schmidt - oder zumindest ein Gastkommentar im Standard.

Auf den 22-jährigen Inder, der seit drei Wochen im Sondertransitraum Schwechat auf die Erlaubnis zur Einreise nach Österreich hofft, wartet im besten Fall Traiskirchen. Im schlechtesten die Schubhaft und dann die Abschiebung. "Ich bin aus meiner Heimat geflohen, weil grausame Terroristen


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