Kommentar: Festwochen 2000: mehr Mut zum Gefühl!

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Die mit Abstand erfolgreichste und beste Produktion der diesjährigen Festwochen war Christoph Schlingensiefs Container-Aktion. Im Nachhinein kann man sich gar nicht mehr vorstellen, dass er nicht da gewesen sein könnte. "Bitte liebt Österreich" war die gelungenste Reaktion auf Schwarz-Blau seit Hubsi Kramars Hitler-Maskerade auf dem Opernball; eigentlich hätte man die Aktion wegen großen Erfolges verlängern müssen.

Für die Wiener Festwochen war der Container aber auch abgesehen von der gesellschaftspolitischen Dimension ein Segen: Dem Ding ist es zu verdanken, dass die Festwochen in der Stadt nicht zu übersehen waren - was sonst ja relativ leicht möglich ist. Ganz offensichtlich haben es Bondy & Co. in den vergangenen Jahren verabsäumt, für Erlebnisse zu sorgen, von denen die Stadt spricht - etwas, was früher etwa die Performances von La Fura dels Baus oder das Gastspiel der französischen Truppe Royal de luxe auf dem Rathausplatz geleistet haben. Wäre Schlingensief nicht


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