Kunst kurz

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Als Tourist in südlichen Ländern betritt man oft Kirchen, um vor den infernalischen Temperaturen zu fliehen. Ein Sprung von der staubigen Straße in das gut klimatisierte Jüdische Museum leistet diesen Sommer Ähnliches: In einem verdunkelten Raum der Ausstellung "Ludwig Hirschfeld-Mack. Bauhäusler und Visionär" (bis 22.10.) kann man sich beim Betrachten von mit leichter Orgelmusik begleiteten "Farblichtspielen" erholen. Drei bis fünf Personen bewegten seinerzeit die von Hirschfeld-Mack entwickelte Apparatur aus Scheinwerfern und Schablonen. Nach einer genauen Partitur projizierte man geometrische Symbole auf eine Leinwand. Der von Klee und Kandinsky beeinflusste Künstler griff die Fragen von Licht und Bewegung in der Malerei auf, um sie konsequent weiterzuentwickeln. Mit dem ebenfalls am Bauhaus tätigen Moholy-Nagy ist Hirschfeld-Mack einer der ersten, die konkretes Licht als künstlerisches Gestaltungsmittel benutzen. 1936 muss er nach England emigrieren. Erste kommerzielle Erfolge


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