Dramolett: Alarmist und Besonnener (Einübung in die Normalität)

Kultur | Antonio Fian | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

(Stadtpark in Wien, vormittags. Auf einer der Bänke zwei Herren mittleren Alters. "Le Monde" bzw. die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" lesend. Sie sprechen vor sich hin, ohne von ihren Zeitungen aufzublicken, jedoch laut genug, um vom jeweils anderen verstanden zu werden. Lange Pausen zwischen den einzelnen Sätzen.)

DER ERSTE (kopfschüttelnd): Wenn das so weitergeht, schrecklich É DER ZWEITE: Wenn alles so weitergegangen wäre wie früher, schrecklich É Endlich zieht die Normalität ein in Österreich.

DER ERSTE (bitter): Ja. Spätestens wenn die Opposition im Häfen sitzt wegen Verächtlichmachung der Bundesregierung, ist sie da.

DER ZWEITE: Primitiver Alarmismus. Zum ersten Mal kann ein Diskurs beginnen, der diesen Namen verdient.

DER ERSTE: Und mit wem soll man diskutieren? Mit Mölzer? Ob das P.P.P. von "umvolken" "umgevolkt" heißt oder "umvolkt"?

DER ZWEITE: Der Mölzer ist eine läppische Figur. Der hat im Diskurs nichts verloren.

DER ERSTE: Das profil führt ihn als Intellektuellen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige