Nüchtern betrachtet: An den Baustellenverschalungsstadtrat

Kultur | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Etwas sehr Trauriges ist passiert: Die neuen Zugänge der U-Bahn-Station Stadtpark wurden in Betrieb genommen. Gewiss, es ist schön, dort Aufzüge und den Menschen den Zugang zum Stadtpark erleichtert zu wissen. Was mich hingegen tief deprimiert, ist der Abbau der Holzverschalung mit meinem Lieblingsgraffiti. Seit Monaten nehme ich mir vor, es zu würdigen und mich emphatisch für seinen Erhalt auszusprechen, sollten die Aufzugseinbauarbeiten eines fernen Tages abgeschlossen sein. "Ich weiß", gedachte ich an den Bürgermeister und den U-Bahn-Aufzugs-Stadtrat zu schreiben, "dass Sie ein Mann von Herzensbildung sind, dem die Lebensqualität der Wienerinnen und Wiener ein echtes Anliegen ist, andernfalls Sie sich um den so prächtig geglückten Ausbau der U-Bahn-Station Stadtpark nicht zu kümmern hätten brauchen." Nach dieser captatio benevolentiae, die den Angesprochenen das Herz weiten sollte, hätte ich sofort nachgesetzt und darauf hingewiesen, dass in Zeiten großer Umwälzungen und


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