Comandantina Dusilova: Benita passiert das nie

Stadtleben | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Als es in Österreich noch eine Regierung gab, die auf EU-Fotos abgebildet werden durfte, gab es ein gesellschaftliches Ereignis, das sich "Kanzlerfest" nannte. M. und ich waren auch da, hatten schickste Cocktailkleider an und hielten uns dekorativ vor einem Fliederbusch auf. Hinter dem Fliederbusch saß Viktor Klima und plauschte mit Dichtern und Denkern und mit einem kleinen, breiten Kerl. Während wir so sannen, was die wohl Wichtiges zu besprechen hatten, ging plötzlich sehr viel Licht an. Fernsehlicht. M. und ich wurden nervös wie Goldfische, denen das Wasser knapp wird, lachten dumm in Kameras. Großes lag in der Luft. M. und ich sahen uns an: nicht wir, lieber Gott, bitte nicht wir! Und da sahen wir ihn. Einen kleinen Mann, mehr breit als hoch: Gerhard Schröder. Lebend. In Echtzeit. Und dann ging alles ganz schnell. Der kleine Mann, mehr breit als hoch, mit einem Lächeln aus Stahl und einer Stimme wie die des Synchronsprechers von Sean Connery stand vor uns. Das Lächeln kam näher, eine Hand packte zu wie ein Schraubstock, zerdrückte die meine wie frischen Spargel, und die Stimme von Sean Connery sagte: "Gerd Schröder. Guten Abend. Wie gehts?" So war das. Benita würde das nie passieren. www.geocities.com/Pentagon/4404


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