Vergesst Europa

Neues Lokal. Das neue Cafe de l'Europe am Graben hat Wien so nötig gehabt wie der Ozean einen Tropfen Wasser. Florian Holzer

Stadtleben | aus FALTER 25/00 vom 21.06.2000

Aus historischer Sicht mag das alte "Cafe de l'Europe" am Graben wichtig gewesen sein. Als Treffpunkt für Zurückkehrende nach dem Krieg, als Schnittpunkt zwischen Alt und Neu, als Türe des ewiggestrigen Wien in die Gegenwart. Auch vom Design her war das Graben-Cafe nicht ohne Belang, eine lokalmäßige Materialisierung der Fünfzigerjahre alla viennese. Der Tearoom im ersten Stock verfügte zwar über die Atmosphäre eines Gecko-Terrariums, besaß aber einen schönen Ausblick auf den Graben. Von kulinarischer Seite indes gibt es über das frühere Europe wenig Gutes zu berichten, der Kaffee entsprang zwar einer Spezialröstung, war deshalb aber noch lange nicht gut, der Rest des Angebots überhaupt zu vergessen.

Nun hat das Europe mit neuem Pächter und neuem Anstrich neu aufgesperrt, und was zu befürchten war, trat ein: Besser geworden ist es nicht. Statt dem alten Mobiliar stehen nun dichtgedrängt semidesignte, schwarze Kunstledersessel herum, ein paar Bilder aus der "guten alten


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