Über Quarantanien

Politisches Buch. Fünfzehn österreichische Schriftsteller haben ihre Gedanken zur Lage der Nation nun zu einem Buch zusammengefasst. Ein neuer Sammelband zu altbekannten Themen.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 26/00 vom 28.06.2000

Wir Österreicher wählen, wen wir wollen", sagt er sich einerseits. Sein jüdischer Teil in ihm schläft aber nicht. "Nun, kein Problem", antwortet ihm dieser, "und wir Israeli haben eben diplomatische Kontakte, mit wem wir wollen." - Seit die Sanktionen der EU 14 in Kraft getreten sind, schlagen in Doron Rabinovicis Brust zwei Herzen: Der in Wien lebende Schriftsteller, in Tel Aviv geboren, fühlt sich nun mehr denn je als "kulturelles Zwitterwesen".

Mit der internationalen Ächtung Österreichs hat auch der in Paris lebende Autor Peter Stephan Jungk persönliche Erfahrungen gemacht. Nicht die Benzinpumpe und auch nicht der Auspuff seien das Problem an seinem Auto, erklärte ihm ein Mechaniker nach einem Autoservice im Februar. Sondern sein Nummernschild. Obwohl Jungk seit Jahren in Frankreich lebt, hat er bis heute ein Wiener Kennzeichen. Bei seiner Zahnärztin, Madame G., platzte ihm schließlich der Kragen. Während die Dentistin Jungk behandelte, hieß sie die Maßnahmen der belgischen


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