Die Schmuddelkinder von Favoriten

Jubiläum. Das Ernst-Kirchweger-Haus, die letzte Bastion der österreichischen Hausbesetzerszene, feiert sein zehnjähriges Bestehen.

Politik | Nina Horacek | aus FALTER 26/00 vom 28.06.2000

Ich war einmal dort, ich hab mir die angschaut, aber ich muss sagen, meine Feunde wer'n die nie. Wir lassen uns in Ruh, aber haben möcht ich sie net." - Im Favoritner Espresso um die Ecke vom Ernst-Kirchweger-Haus (EKH) zeigt man sich wenig begeistert über die bunthaarigen Menschen aus der Nachbarschaft. "Das mit den Nachbarn war früher viel schlimmer", meint eine EKH-Bewohnerin. Heute legen manche Anrainer sogar Gewand für die Flüchtlinge vor die Tür. Aber vor einigen Jahren - da war das Verhältnis zu den Nachbarn noch wirklich getrübt: "Einmal hat ein aufgebrachter Nachbar aus dem Gemeindebau sogar auf unser Haus geschossen", erinnert sich die Bewohnerin, "wir haben dann ein Transparent aufgehängt mit dem Text: ,Ab morgen schießen wir zurück'". Der Attentäter nahm das Heim daraufhin kein zweites Mal ins Visier.

Damals. Es begann an einem sonnigen Samstag im Juni 1990. Die Wiener autonome Szene hatte beschlossen, es sei an der Zeit, sich eine neue Heimat zu suchen. Das Ägidigassenprojekt


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