Kommentar: Wie reaktionär ist Erwin Piplits?

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 26/00 vom 28.06.2000

Nun hat sich also auch der Wiener Theaterregisseur Erwin Piplits zur Causa Schlingensief geäußert. Die Container-Aktion, schreibt Piplits knapp eine Woche nach deren Ende im Standard, sei den Veranstaltern "entglitten" und diene "weder einem Asylanten noch einem Schubhäftling, sondern ausschließlich der Reaktion".

Piplits meint, die Aktion habe vor allem dazu geführt, dass der brave Wiener Kulturstadtrat Peter Marboe in die Schusslinie von FPÖ und Kronen Zeitung geraten ist. Der Leiter des Serapions Theaters fordert Luc Bondy und Christoph Schlingensief daher auf, "die Ergebnisse ihres Projekts auf sich zu nehmen und die dadurch provozierten Hasstiraden gegen die Person des Stadtrats richtig zu polen". Wie das in der Praxis aussehen könnte, lässt Piplits leider offen. Die Vorstellung, dass Bondy und Schlingensief zu Tante Unterreiner und Onkel Dichand pilgern und alle Schuld auf sich nehmen ("Der Peter hat eh gsagt, wir sollens nicht machen, er kann überhaupt nix dafür!"), hat

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