Schluss mit dem "Schrott"?

Suhrkamp Wissenschaft. Friedhelm Herborth war 25 Jahre lang Lektor der suhrkamp taschenbücher wissenschaft. Mit dem "Falter" sprach er von seinen Konflikten mit Siegfried Unseld, der eigenartigen Innenwahrnehmung des Suhrkamp Verlages und die Gründe für seinen Abgang.

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 26/00 vom 28.06.2000

Es gibt wohl nur wenige Studierende eines geistes- oder sozialwissenschaftlichen Faches, die nicht irgendwann im Laufe des Studiums mit den dunkelvioletten Bänden in Berührung kamen. "Erkenntnis und Interesse" hieß jener Band 1, mit dem 1973 die Reihe suhrkamp taschenbuch wissenschaft (stw) eröffnet wurde; danach kamen Adornos "Ästhetische Theorie" und Ernst Blochs dreibändiges "Prinzip Hoffnung". Bis heute sind es knapp 1500 weitere Titel geworden, ohne die der akademische Betrieb in Fächern wie der Philosophie, der Soziologie, der Geschichts- oder Literaturwissenschaft schlechterdings nicht zu denken ist.

Friedhelm Herborth war praktisch von Anfang an dabei: Am 1. Oktober 1974 bzw. nach den ersten 80 stw-Bänden kam er als Übersetzer und Lektor zur Suhrkamp-Verlag, dessen Wissenschaftsprogramm er in den folgenden 25 Jahren prägte. Vor einem Jahr verließ Herborth dann das Haus in der Lindenstraße in Frankfurt am Main und wurde, nicht zuletzt auf Betreiben etlicher seiner Autoren,


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