Fanny und all die andern

Jubiläumsprogramm. Über vier Jahrzehnte nach seiner Entstehung wird Peter Weiss' Roman "Die Situation" erstmals veröffentlicht.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 26/00 vom 28.06.2000

Geschlechtsverkehr ist wichtig. Aber manchmal auch schwer. Im Leben und in der Literatur. "Die Situation" von Peter Weiss beginnt denkbar schwer. Der Maler Leo wird in seinem Atelier - "um sich herum hatte er eine Welt brutaler Geschehen aufgestellt, aus metallisch harten Formen und Farben" - von der um einiges jüngeren Schriftstellerin Fanny besucht. Ein Mann und eine Frau. Das ist spannend - oder zumindest spannungsreich. Sie versucht "etwas Unausgesprochenes zu zerschlagen, das in seinem Innern zu drängen schien". Er ist "halbblind unter dieser Woge heraufbrodelnder diffuser Gefühle"; schließt "für einige Sekunden die Augen um ein rot pochendes Meer"; spürt "nur eine dunkle kochende Masse in sich". In solchen Fällen hilft nur Geschlechtsverkehr. Zumindest hilft er Druck abzubauen, der daher rührt, dass Leo einen Mörderständer hat ("die Spitze bereits zum Bersten gefüllt"). Die Quasi-Vergewaltigung Fannys wird mit einer Ejaculatio praecox beschlossen, worauf geraucht und -


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