Pfundsbursch on the Rocks

Film. In John Woos Agentenfilm "Mission: Impossible 2" sieht die Action wie ein Tanzmusical aus, aber auch wie ein dumpfes Balz- und Prügelritual von Männern mit Sascha-Hehn-Frisuren.

Kultur | Drehli Robnik | aus FALTER 26/00 vom 28.06.2000

Bei manchen Actionfilmen empfiehlt es sich, sie versuchs- und stellenweise als Musical zu sehen und zu hören; sintemal uns die "action" - die "Handlung" als Story und als Spektakel - mit der Legitimation und Zurschaustellung von Machismo, Technokratie und diversen Ressentiments belästigt. Musik gibt uns ja generell das illusorische Gefühl, sie könnte uns aus dem Reich des Lästigen in Sphären erheben, wo sich Schönheit und Genuss von selbst einstellen. Genau das gelingt "Mission: Impossible 2" in seinen imposanten Momenten.

In diesen Bildfolgen ist "M:I-2", so der Promotiontitel, ein Musical. (Und kein Videoclip! Denn: Was immer die notorische Rede von "MTV-Ästhetik" meint, etwas Schönes ist es sicherlich nicht!) Filmmusical, das ist inniges Spiel, aber auch Spannung zwischen komponiertem Sound und bewegtem Bild, und das im Actiongenre gängige Wort "Choreographie" kann mehr sein als nur Metapher. Allein, dieses "Schreiben von Tanzbewegungen" misslingt John Woo, der einst "Martial


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