Der Soul der Eskimos

Musik. Man muss nicht aus Memphis kommen, um Zugang zu den Wurzeln des Soul zu finden: Richard Ashcroft, Ex-Sänger von The Verve, gelang es auch auf seinem neuen Album, dessen ebenso großes wie abgenütztes Vokabular glaubhaft klingen zu lassen.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 26/00 vom 28.06.2000

Das ist der Sinn des wahrhaften Ausdrucks: Es muss eine Nacktheit und Verwundbarkeit geben, damit man jene Ebene der universellen Gültigkeit erreichen kann, die die Leute miteinander verbindet ..." Oh weh. Bei nüchternem Tageslicht, übersetzt und zu Papier gebracht, erscheinen die messianischen Statements des Richard Ashcroft bloß als hippiesk esoterisches Geschwafel. Dabei klang das alles während unseres Interviews noch so überzeugend. Unter der Dunstglocke seines Joints, untermalt von fahrigen Handbewegungen, schossen die großen, großen Worte unablässig zwischen Ashcrofts unwirklich aufgeschwollenen Lippen hervor. Und zwischendurch klopfte sich der Ex-Sänger von The Verve auch noch auf die nach innen gewölbte, knochendürre Brust, um die existenzielle Wichtigkeit seiner Aussagen zu betonen.

Einer oft zitierten Legende nach ist Ashcroft von seiner musikalischen Mission so besessen, dass er darüber oft tagelang aufs Essen vergisst. Verständlich, dass Freunde ihn früher - bevor


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige