Es ist ja nur ein Spiel

Seinesgleichen geschieht. Was bringt Fußball für die Politik? Hauptsächlich, dass wir von was anderem reden können.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 27/00 vom 05.07.2000

Da spielen sie, die beiden Unzertrennlichen Khol und Westenthaler, flanken einander die Wuchteln auf den Schädel undheben einander die Seidenpässe auf den Rist, dass Pires und Trezeguet wirken wie ausgelaugte Badkicker, dass der Verfassungsbogen aussieht wie eine schäbige, braun gepunktete Banane und der selige Manni Kaltz entmutigt in die Kabine trottete, wäre er nicht längst Assistenztrainer - wo? Na, man braucht nicht alles zu wissen. Bald aber werden Sie es wissen müssen, denn wir sind im Land des Linienrichterpatriotismus, das heißt, wir beginnen uns für einen Fußballpatz erst zu interessieren, wenn die Schwiegermutter des Platzwarts zum Beispiel eine Österreicherin ist.

Sie also müssen sich jetzt für Manfred Kaltz, den für seine Bananenflanken berühmten HSV-Verteidiger, interessieren, weil er soeben Assistent von Felix Magath wurde, welcher wiederum Eintracht Frankfurt trainiert, wo einst der selige Huberts, später der noch seligere Bruno Pezzey und zuletzt der eher


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