Gedachter Widerstand

Politische Bücher. Zwei neue Sammelbände dokumentieren die intellektuellen Aktivitäten gegen die schwarz-blaue Regierung - aber auch die Heterogenität der Proteststimmen und ihrer Interessen.

Klaus Taschwer | Politik | aus FALTER 27/00 vom 05.07.2000

Ende März 2000, eine Woche nach der Großdemonstration am Heldenplatz, kulminierte der Intellektuellenprotest gegen Schwarz-Blau: Zuerst fand am Institut für Philosophie der Universität Wien eine Aktionswoche statt; am unmittelbar darauf folgenden Wochenende lud die IG Kultur unter dem Titel "sektor3/kultur" zu einer Konferenz. Die Vorträge der beiden Veranstaltungen wurden nun zu zwei Sammelbänden zusammengefasst, die seit kurzem vorliegen.

"Diagnose und Kritik" wollen die Beiträge der Philosophen sein, wie die Herausgeber Silvia Stoller, Elisabeth Nemeth und Gerhard Unterthurner einleitend festhalten. Das wird auch immer wieder eingelöst, wenngleich nicht auf jene Art und Weise, die in den medialen Österreich-Betrachtungen sonst üblich ist: Zumeist unter Berufung auf postmarxistische Philosophen (Foucault, Althusser, Laclau & Mouffe) und gewappnet mit Fußnoten bzw. Bibliografien wird da vor allem über vier verschiedene Themenkomplexe nachgedacht: über Formen des Rassismus,

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