Ein Lied von Kot und Geld/Die Sprache der Dealer: "Eke, Coti, Ahia"

Politik | aus FALTER 27/00 vom 05.07.2000

Eke, Coti, Oriahia. Nigerianische Straßendealer haben für Gefahren des Drogenmarktes ihre eigene Sprache geprägt. Ein Lexikon der Dealersprache: Ahia: Drogen. Werden in Kugeln verpackt, im Körper (Mund und Anus)versteckt und in "Weißes" (Kokain) und "Schwarzes" (Heroin) eingeteilt. Ahia werden nur in kleinen Mengen auf die Straße mitgenommen. Die Bunker befinden sich meist in Parks oder versteckten Wohnungen.

Bini-Boys: Afrikaner aus Benin State, Nigeria, die Dealer mit Stoff versorgen.

Coti: Zivile Polizei. Von afrikanischen Dealern besonders gefürchtet ("die stärksten Männer"). Soll Drogensüchtige mit Geschenken zu Geständnissen bringen. Tritt verdeckt in afrikanischen Lokalen auf. Schießt bei Verhaftungen manchmal in die Luft. Berüchtigt für brutale Hausdurchsuchungen, bei denen Möbel zertrümmert werden.

Eke: Uniformierte Polizei. Gilt Dealern besonders am Nachmittag als lästig. Kontrolliert gern am Nachmittag in Straßenbahnen, nimmt Afrikaner fest und zwingt sie manchmal mit Watschen zum Ausspucken der Drogen.

G. Codewort für Graz. Die Polizei in G. gilt als ungefährlicher. Viele Dealer reisen mehrmals nach Graz, um Drogen abzuholen.

Gida: Suchtmittelmenge. Vermutlich Gramm.

Garri: Bezeichnung einer grießähnlichen afrikanischen Speise. Ahia, die Drogen, werden wie Garri zubereitet.

Oriahia: Drogensüchtige. Vor allem Frauen können Ahia manchmal mit Sex bezahlen. Drogensüchtige dienen als Vermittler und Käufer. Besonders gefürchtet, wenn sie mit der Polizei kooperieren. Weiße Süchtige werden von afrikanischen Dealern gerne wegen ihrer sozialen Stellung bespöttelt. Extremstes Zahlungsmittel: Eheringe.


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