Ein Lied von Kot und Geld

Lauschangriff-Protokoll. Wochenlang wurden afrikanische Dealer im Rahmen der "Operation Spring" in einem Chinarestaurant mittels Lauschangriff abgehört. Die streng geheimen und erstmals im Wortlaut veröffentlichten Abhörprotokolle geben Einblicke in die brutale Wiener Drogenszene.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 27/00 vom 05.07.2000

Es sind wohl die unmittelbarsten Eindrücke, die über die afrikanischeDealerszene in Wien je gesammelt wurden. Vergangenes Jahr verwanzten die Ermittler der "Sondereinheit für Observation" (SEO) im Rahmen der "Operation Spring" das Zimmer eines Chinarestaurants im 9. Bezirk, das als Zentrum nigerianischer Drogendealer galt. Erstmals wurde es dadurch möglich, die in derIbo-Sprache geführten Gespräche Dutzender Dealer zu belauschen.

Die streng geheimen Lauschangriffprotokolle, die vom Falter nun erstmals im Wortlaut veröffentlicht werden, illustrieren die Brutalität und die Risikobereitschaft, mit der afrikanische Dealer in Wien versuchen, in kurzer Zeit ihren Traum von schnellem Geld und schnellen Autos zu realisieren. Drogenkranke werden für ein wenig Geld bis auf die Eheringe ausgenommen oder zu sexuellen Diensten genötigt. Das Asylgesetz und soziale Stellen werden ausgenützt. Der eigene Körper als Drogenversteck verwendet.

Die Gespräche wurden von einem Dolmetscher aus dem Ibo


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