Presseschau

Medien | Armin Thurnher | aus FALTER 27/00 vom 05.07.2000

Epochen brechen schonender, wenn der Bruch angesagt wird. Seit dem 3. Oktober 1999 zelebriert man in Österreich Epochenbrüche aller Art. Immerhin legte die Kronen Zeitung nicht fest, wer die Regierung bildet - in der Tat ein Epochenbruch. Ferner ist an epochebrechenden Projekten angesagt: die Einführung positiver Budgets, der Abschied von der europäischen Wertegemeinschaft und die Zerschlagung der Sozialpartnerschaft. Davon scheint vorläufig nur Punkt zwei verwirklicht. Punkt eins hat einen gewissen Zeithorizont. Punkt drei beunruhigt - der so genannten Arbeitskämpfe wegen - niemanden ernstlich. Vor allem eine wortgleiche Abschiedsbeilage in den Tageszeitungen Standard und Presse zerstreute einschlägige Bedenken. Kommerzielle Beilagen sind ja die angewandten Korrekturen des Journalismus: Dort zeigt die Marketingabteilung der Redaktion, wie es wirklich geht: Das Positive voranstellen! Dafür gibt es hinterher auch Geld. Im Fall Maderthaner haben wir gelernt: Wenn die Sozialpartnerschaft nicht weitergeht, dann wenigstens die Medialpartnerschaft.


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