Kommentar: Warum ich zu Italien gehalten habe

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 27/00 vom 05.07.2000

Wer beim EM-Finale zu Frankreich gehalten hat, versteht nichts von Fußball. Das ist einerseits natürlich eine völlig unhaltbare Behauptung, andererseits aber auch nicht unqualifizierter als das, was ich mir in den letzten Tagen sonst so anhören musste. Wie Sie richtig erraten haben, habe ich beim Finale zu Italien gehalten. Und der in letzter Sekunde erzielte Ausgleichstreffer der Franzosen war nicht nur deshalb ärgerlich, weil er mich aufgrund dadurch verlorener Wetten ca. 1000 Schilling gekostet hat, sondern weil Typen wie Nüchtern jetzt Oberwasser haben und von "historischer Gerechtigkeit" faseln.

Der von mir ansonsten überaus geschätzte Kollege gehört leider zu jenen Zeitgenossen, die bei Fußball-Großereignissen regelmäßig den Experten raushängen lassen und mit Begriffen wie "Offensivfußball" oder "Catenaccio" um sich werfen, als gehörten sie zu ihrem Grundwortschatz. Ausgerechnet Nüchtern, der eigentlich eine Vorliebe für schlechten Fußball hegt, hat nach dem vorzeitigen


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