Abgeblitzt in Coney Island

Fotografie. Die Personale der Fotografin Lisette Model im Museumsquartier führt dorthin, wo Amerika der europäischen Avantgarde eine gute Nacht wünschte: in das New York der Vierzigerjahre und auf die ersten Open-Air-Festivals der Jazzgeschichte.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 27/00 vom 05.07.2000

Vor 17 Jahren kam eine kanadische Kunsthistorikerin nach Wien, um den biografischen Hintergrund der vor Ort vergessenen Fotografin Lisette Model zu recherchieren. Ann Thomas traf die Wiener Kunsthistorikerin Monika Faber und erzählte ihr vom riesigen, ungeordneten Nachlass jener emigrierten Wienerin, die in New York nicht so sehr als Fotokünstlerin als vielmehr durch ihre Lehrtätigkeit an der New School for Social Research in Erinnerung geblieben war, bei der unter anderem die berühmte Diane Arbus in die Schule gegangen war.

"Jetzt ist die Zeit reif für Lisette Model", sagt Monika Faber, die in der Kunsthallen-Dependance im Museumsquartier nun eine Model-Personale kuratiert hat. Die in den Vierzigerjahren erfolgreiche Fotografin arbeitete in drei sich teilweise überschneidenden Gattungen, die im zeitgenössischen Diskurs über Fotografie eine zentrale Rolle spielen: Lifestyle, Popularkultur, soziale Dokumentation.

Der Stellenwert der Fotografie in der Kunst hat sich seither grundlegend


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