Flausbart in Hochglanz

Musik. Gänzlich unmodisch und trotzdem gefeiert: Damon Gough alias Badly Drawn Boy profitiert von der Unfähigkeit der englischen Plattenindustrie.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 27/00 vom 05.07.2000

Memo an den Aufsichtsrat: Irgendetwas läuft hier nicht nach Plan. Wir schreiben das 21. Jahrhundert, und die britischen Style-Magazine sind voll mit Bildern eines flausbärtigen 30-Jährigen mit Wollmütze und akustischer Gitarre. Er heißt Damon Gough und trägt das selbstironisch defensive Pseudonym Badly Drawn Boy.

Wie kann ein Einzelgänger aus Manchester, der das Vierspurgerät in seinem Schlafzimmer seinen besten Freund nennt, sowohl bei der sektiererischen Independent- als auch bei der gegenüber Anachronismen wie Songs so skeptischen Dance-Szene so viel begeisterten Zuspruch finden? Sicher, sein Gastspiel auf "Psyence Fiction", dem 1998 erschienenen Album von Mo-Wax-Chef James Lavelles schickem All-Star-Projekt UNKLE, war ein perfekter Einstieg: Zwischen großen Namen wie Ian Brown (Ex-Stone-Roses), Thom Yorke (Radiohead), Mike D (Beastie Boys) und Richard Ashcroft (damals noch The Verve) nahm sich Badly Drawn Boys Beitrag wie ein frischer Windhauch in der abgestandenen Luft der


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