Schüsselismus

Seinesgleichen geschieht. Warum ich die Volksbefragung, sagen wir einmal so, lieber nicht hätte: ihres Populismus wegen

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Ein Zeitungsinterview wird vorausgemeldet. Die Zeitungen melden nur noch voraus. Sie berichten nicht mehr, sie sind es, die Berichte über sich selbst inszenieren. Der Vorausbericht handelt von einem Interview Wolfgang Schüssels in der Welt am Sonntag. Er finde es schon ein wenig merkwürdig, dass die Deutschen auf den Sanktionen beharrten und den Volkswillen derart flagrant missachteten; Umfragen hätten doch ergeben, eine große Mehrheit der Deutschen sei gegen die über Österreich verhängten Sanktionen!

Ebenso gut könnte man natürlich argumentieren, es sei merkwürdig, dass Schüssel gegen den so genannten Volkswillen Kanzler wurde. Denn die Meinungsumfragen nach der Wahl und noch Anfang Februar, als die schwarz-blaue Regierung gebildet wurde, ergaben eine klare Präferenz für Kanzler Klima und eine rot-schwarze Regierung. Noch aber machen nicht die Meinungsforscher die Demokratie, noch ist jener Zustand nicht erreicht, den die FPÖ offenbar anstrebt: dass die Dinge per Akklamation


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