Die üblichen Übel

Rechtfertigungsstrategien. Wie man Dinge verteidigt, die man nicht verteidigen will oder kann.

Vorwort | Ruth Wodak | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Für viele, etwa in der ÖVP, stellt sich heute das Dilemma, Aussprüche oder Handlungen von Haider oder anderen FPÖ-Leuten rechtfertigen zu müssen, die sie eigentlich nicht schätzen oder unter anderen Umständen gar nicht dulden würden. Die Rechtfertigungsstrategien sind nicht unbekannt und folgen alten rhetorischen Mustern; sie sind auch nicht österreichtypisch, sondern charakterisieren persuasive politische Kommunikation insgesamt. Trotzdem fällt es auch denen, die gegen solches Gedankengut eingestellt sind, oft schwer, diesen Argumenten etwas entgegenzusetzen und die typischen und immer wiederkehrenden Strategien zu durchschauen.

Die Verschwörungstheorien. Die Suche nach Sündenböcken gestaltet sich als fundamentales Bedürfnis. Nicht die Politik der FPÖ etwa ist am Missfallen des so genannten Auslandes schuld, nicht deren fremdenfeindliche Slogans, sondern eine sozialistische Verschwörung, die "markanterweise" bei der Holocaustkonferenz in Stockholm begonnen wurde; das "kleine"


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