Kultur am Tropf

Weisenreport. Die defensive Kulturpolitik der schwarz-blauen Regierung spart überall - auch dort, wo es zu erwarten war: bei den Budgets ihrer Gegner.

Politik | Matthias Dusini | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Als die FPÖ von der Opposition in die Regierung wechselte, löste das einen Aufschrei unter Österreichs Kulturschaffenden aus, der bis heute zu hören ist. Jene Partei, die Peymann und Jelinek an den Pranger stellte, die dumpfesten Ressentiments gegen zeitgenössische Kunst mobilisierte und Collagen von Gerhard Rühm als Kinderpornografie bezeichnete, diese erfolgreichste Partei der Neuen Rechten in Europa sollte nun staatstragend das Wohl und Wehe der Kulturlandschaft mitbestimmen dürfen? Würde das kulturelle Feld nun zum Schlachtfeld einer repressiven Politik werden? Der massive Protest des kulturellen Feldes gegen die Regierung hat diese in eine passive Rolle gedrängt, ihre Repräsentationsmöglichkeiten im kulturellen Leben auf ein Minimum reduziert. Lässt man die bisherige Tätigkeit von Kulturpolitikern - allen voran jene von Kunststaatssekretär Franz Morak - Revue passieren, so haben sich die schlimmsten Befürchtungen nicht bestätigt; manche andere allerdings schon.

Gerhard


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