Ein Blauer für Zivis

Zivildiener. Seit dem 1. Juli bekommen Zivildiener aus Wien einen finanziellen Zuschuss von der Gemeinde.

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Weil das Innenministerium weiterhin darauf beharrt, dass 43 Schilling am Tag zum Leben ausreichen, greift die Stadt Wien den Zivildienern nun unter die Arme. Auf Initiative von Stadträtin Brauner und Vizebürgermeisterin Laska (beide SPÖ) legt die Gemeinde zum momentanen Fixum von 3648 Schilling plus Fahrtkostenersatz etwa 1000 Schilling drauf, damit die Zivis zumindest so viel Geld bekommen wie Bezieher der Notstandshilfe. Nur wer seinen Dienst im Wiener Krankenanstaltenverbund ableistet, hat keinen Anspruch auf das Extrageld, da er vor Ort mit Essen versorgt wird.

Voraussetzung dafür ist, dass die Betroffenen bei Erhalt des Erstzuweisungsbescheids ihren ordentlichen Wohnsitz in Wien hatten, weiterhin hier gemeldet sind und soziale Bedürftigkeit nachweisen können. Als zusätzliche Leistung können alle, deren Ansuchen um Mietbeihilfe vom Innenministerium abgelehnt wurde, einen neuen Antrag bei der Gemeinde einreichen. Ansuchen können beim jeweiligen Bezirkssozialreferat gestellt werden. Die Aktion ist bis 31. 12. 2000 beschränkt.

Patrick Awart, Bundessprecher der Zivildiener, freut sich über das Entgegenkommen der Stadt, gibt aber zu bedenken: "Das Innenministerium bekommt 10.500 Schilling für jeden Zivildiener, wir sehen nicht einmal 35 Prozent davon. Bislang konnte niemand erklären, was mit dem Geld geschieht.

Falsch gerechnet, heißt es dazu aus dem Büro von Innenminister Ernst Strasser, denn das Innenministerium bekäme keinesfalls für jeden, sondern nur für von Organisationen extra angeforderte Zivildiener 10.500 Schilling. "Und die gehen für die Verwaltung drauf", so das Ministerbüro: "Verdienen tut daran niemand."

Informationen unter Tel. 531 14-85325 (Sozialamt) oder unter www.zivildienst.at


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