Der Kronzeuge spricht

Imre B. Nun packt der Beifahrer aus: Die Polizei erschoss den unbewaffneten Imre B., obwohl er bereits seine Hände erhoben hatte. Die Polizei hat diese Aussage unterschlagen. Auch der Sachverständige übt nun Kritik.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Die Angelegenheit war für Wiens Polizeipräsident Peter Stiedl fast schon ausgesessen. Unglücklicherweise, so der Präsident sinngemäß, habe sich ein Schuss gelöst, als ein mutmaßlicher Drogendealer die Autotüre auf den Polizisten knallte. Der Beifahrer des Erschossenen, gab die Polizei weiters bekannt, "bestätigt die Polizeiversion". Der Tote selber schuld? Dem Falter liegt nun die besagte Aussage des Beifahrers Lajos S. vor, die dieser vergangene Woche bei einem Gerichts-Lokalaugenschein tätigte. Für das Polizeipräsidium könnte es nun eng werden. Denn die Aussage des Beifahrers wurde den Medien nur halb wiedergegeben. Von einer aufgerissenen Türe ist in der Aussage von Lajos S. nicht die Rede. Im Gegenteil: Der Beifahrer und unmittelbarste Tatzeuge der tödlichen Aktion schildert Einzelheiten, die erschüttern. Vergangene Woche versammelte sich das Gericht, um die "tödliche Schussabgabe zum Nachteil des Imre B." (Protokoll) zu rekonstruieren.

Beifahrer Lajos S. schilderte


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