"Das Leben geht weiter"

Literatur. Der Roman "Erben des Feuers", 30 Jahre nach dem Tod seines Autors Herbert Zand wieder aufgelegt, zeichnet ein bitteres Bild der Wiener Nachkriegsgesellschaft.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Aus der Generation der Dichter, die durch den Krieg gezeichnet wurden, kenne ich keinen, der mich so tief ergriffen hätte", schrieb Elias Canetti über Herbert Zand, dessen Werk er "zu den kostbarsten Vermächtnissen der österreichischen Literatur" zählte. Durch den Krieg gezeichnet war der 1923 im steirischen Knoppen geborene und dort als Sohn eines Kleinbauern aufgewachsene Zand in der Tat: Mit 18 Jahren wurde er an die Ostfront geschickt, 1945 schwer verwundet. Vor 30 Jahren, am 14. Juli 1970, starb Zand an den Spätfolgen seiner Kriegsverletzung.

Seine Kriegserfahrung hat Zand 1953 in "Letzte Ausfahrt. Roman der Eingekesselten" niedergelegt. Er selbst sah dieses Buch als einen Versuch, "den Krieg von innen her zu unterlaufen". Der 1961 erschienene und soeben wieder aufgelegte Roman "Erben des Feuers", an dem Zand fünf Jahre lang gearbeitet hatte, vermittelt das Bild einer Nachkriegszeit, in der der Konflikt zwischen Pragmatismus, Passivismus und Pathos des Neubeginns noch nicht entschieden


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