Sommerfrische am Mars

Theater. Mit Spiel, Spaß und viel guter Laune machen "Die letzten Tage der Menschheit" am Semmering Urlaub von Karl Kraus.

Kultur | Petra Rathmanner | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Wie schön. Es gibt wieder jemanden, der sich was traut und das "Marstheater" auf die Erde beamt: "Die letzten Tage der Menschheit" wurden von Karl Kraus nach irdischen Maßstäben als unspielbar eingestuft und deshalb einem Marstheater zugedacht. "Theatergänger dieser Welt vermöchten ihm nicht standzuhalten", mutmaßte Kraus. Wenn der wüsste! Regisseur Hans Gratzer, Schauspielhaus-Direktor auf Abwegen, hat ein erfolgversprechendes Ensemble an einem außergewöhnlichen Ort zusammengetrommelt, um das Kriegsdrama zum Besten zu geben. Die Inszenierung scheint dem Marschbefehl "Ja zum Sommertheater! Ja zu Spiel, Spaß und guter Laune in schöner Umgebung!" zu gehorchen. Keine Frage: Hier ist etwas schief gegangen.

Da wäre einmal das Phänomen "Sommertheater" an sich: Bei überteuerten Preisen trifft sich ungestört und fein herausgeputzt die mehr oder minder provinzielle Prominenz aus Politik und Wirtschaft. Diesem saturierten Publikum wollen die rührigen Sommerfestspiele in Reichenau bei


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