Stadtrand: Bag-Awareness

Stadtleben | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Immer mehr Leute haben immer mehr Holz vor der Hüttn. Oder vor der Hintertür. Oder so. Gemeint sind die Taschen, Rucksäcke und Beutel, welche die Menschheit so mit sich herumschleppt. Und von denen sich andere Menschen wiederum mitunter belästigt fühlen. Vielen Taschenträgern scheint nämlich ihr temporär erweiterter Körperumfang überhaupt nicht bewusst zu sein. Die Schwimmweste, die ich da trage? Die gehört nicht zu mir! So hat mich einmal eine amerikanische Rucksacktouristin mit ihrem schätzungsweise 100 Kilo schweren, am Rücken befestigten Reisegepäck einfach so vom Fahrrad geschmissen. Zugegeben, sie lief schon verdächtig nah am Radweg Freyung entlang und ich hätte was ahnen können. Gerade als ich sie passieren wollte, passierte es: Eine Drehung ihrerseits und ich wurde mit voller Wucht aus dem Sattel geschleudert. Aber auch wenn ich mit Öffis unterwegs bin, kuschelt sich ab und zu ein Rucksack an mich, lässt mich nicht ein- oder aussteigen. Wenn ich sitze, baumelt mir eine Schultertasche ins Gesicht, volle Einkaufssackerln werden auf meinen Füßen abgestellt ... Ist es zu viel verlangt, wenn ich von meiner Umwelt ein bisschen mehr Bag-Awareness erwarte? Jeder soll ja sein Päckchen schleppen dürfen, aber bitte mit Bewusstsein. C. W.


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