Die Guten und die Bösen/Hundekot-Gegner Karl: "Lieber die Harmloseren"

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Herr Karl findet immer einen Weg zu seinem Lieblingsthema: dem Kampf gegen das Hundstrümmerl. "Das Problem mit den Kampfhunden fängt ja eigentlich auch schon mit den Hundstrümmerln auf der Straße an", weiß der VP-Gemeinderat und ehemalige Vorsitzende der legendären Wiener Hundekot-Kommission. "Denn alle Hundevorschriften - vom Entsorgen des Kots bis zur Leinen- oder Beißkorbpflicht werden von den Besitzern einfach ignoriert." Franz Karl ist aber nicht nur Pionier im Kampf gegen den Hundekot ("Ich bin die graue Eminenz in dieser Frage"). Er hat schon 1992 versucht, die so genannten Kampfhunde in Wien zu verbieten. "Ich habe damals das Zucht- und Halteverbot dieser Hunde beantragt - aber leider keine Unterstützung gefunden", erinnert er sich. Denn wenn man schon Hunde in der Stadt halte, dann lieber die kleineren, harmloseren. "Ich fürchte mich halt mehr vorm Rottweiler als vorm Dackel."

Die aktuelle Diskussion um ein komplettes Verbot von Kampfhunden in Wien sieht Franz Karl mit gemischten Gefühlen. "Ich bin überzeugt davon, dass ein Teil dieser Hunde als Waffen gehalten wird. Und dass bestimmte Rassen von Menschen bevorzugt werden, die selbst irgendwelche Defekte haben." Deshalb wolle die VP im Herbst auch gemeinsam mit der SP für das Kampfhundeverbot stimmen - wenn so ein Gesetz überhaupt verfassungsrechtlich und wissenschaftlich haltbar sei. Sollte dieses Gesetz nicht zustande kommen, wünscht sich Karl stattdessen einen Hundeführerschein und ein Leumundszeugnis für Besitzer der inkriminierten Hunderassen. "Und eine eigene Truppe, sagen wir die Umweltsheriffs, sollte die Einhaltung aller Hundevorschriften streng kontrollieren", wiederholt er eine seiner alten Forderungen.

Doch bei allem Ernst der Lage - "Hysterie und Panikaktionen wegen der Kampfhunde" wie bei den deutschen Nachbarn befürchtet der VP-Gemeinderat in Wien nicht. "Die Wiener regen sich nicht so wahnsinnig auf - die sind halt auch emotional schlamperter."


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