Die Guten und die Bösen

Kampfhunde. Wissenschaftlich betrachtet gibt es sie eigentlich gar nicht. Trotzdem sorgen die so genannten Kampfhunde seit dem tödlichen Pitbull-Angriff in Hamburg und der aktuellen Rottweiler-Attacke gegen seine Besitzerin in Wien für Angst. Und viele Hundebesitzer kränken sich, dass ihr braver Liebling geächtet oder gar gesetzlich verboten werden soll. Wegen der bösen Herrl- und Hund-Exemplare, die es eben auch gibt.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Jedes Mal, wenn es an der Wohnungstür läutet, freut sich Samy. Dann kommt der bullige Hund schwanzwedelnd angelaufen. Mit seinem zerfledderten Plüschbär zwischen den scharfen Zähnen. "Der Sam hat noch niemals jemand etwas getan", erzählt Elfriede Lorber. Ihr Hund steht neben ihr und winselt. Er will "Bussi geben", wie Frau Lorber erklärt. Den Gast einfach ordentlich abschlecken. Samy, der wilde Kampfhund. Samy, der Staffordshire Bullterrier.

Schon seit 20 Jahren halten die Lorbers "Staffs" in ihrer Floridsdorfer Gemeindebauwohnung. "Weil das robuste, kinderliebe und nervenstarke Tiere sind", erklärt Otto Lorber. Zuerst waren da Cäsar und Brodussia. Die kann man heute noch auf einem schweren Ölbild über der Wohnzimmercouch bewundern. Der Rest des Zimmers wird vom siebenjährigen Sam dominiert. Überall Hunde-Nippes. Eine Zimmerecke ist komplett mit Pokalen, Plaketten und Medaillen des Hundes dekoriert: Schließlich ist Samy - korrekter Name "Crossguns Pole Position at Dunbriton"


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige