Phettbergs Predigtdienst: Die Fülle der Zeiten heraufzuführen

... die Fülle der Zeiten heraufzuführen in Christus und alles, was im Himmel und auf Erden ist, in ihm zu vereinen ... Eph 1,3-14 (2. Lesung am 15. Sonntag im Jahreskreis / Lesejahr B)

Stadtleben | aus FALTER 28/00 vom 12.07.2000

Die Dusl wird mir sicher als Zeugin gehen. Als wir nämlich in der Faltergasse standen und ein Bankmanager von einem Jüngelchen um die Ecke gebogen kam und ich dieses Ensemble zum ersten Mal in Raum und Zeit erblickte, verabschiedete ich mich rasend schnell von der Dusl: Liebe Dusl, verzeih, aber ich muss dahin, mich als Sklave verdingen: Dieses Jüngelchen, diese Ichschwäche, dieser Stolz, diese Diskussion mit sich, diese Epiphanie, ich muss auf der Stelle hin, mich niederknien und anbeten. Feinstens gekleidet von Dutschi und Hutschi, erhaben wie ein DJ, trat dieses Wesen in mein Leben ein.

Ich stürzte kopfüber vor die Füße des gebügelten jungen Gottes und übergab ihm Existenz und Seele zum ewigen Verschleiß. Ich werde Ihnen hörig sein, Herr. Lange stand die verdutzte Dusl in der Faltergasse und sah der Tragödie nach. Aber es nützte alles nichts, mein Bewerbungsschreiben, das ich ständig bei mir trage, blieb unbeantwortet auf ewig. Monat für Monat gähnt mir der leere Abgrund


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