Put your eyes on me

Kultur & Medien. Auch Kunstinstitutionen werden vom Sog des Fetischs Aufmerksamkeit erfasst.

Vorwort | Gerald Matt | aus FALTER 29/00 vom 19.07.2000

Popsongs haben eine unschätzbare Qualität: Im Idealfall gelingt es ihnen, eine latente Zeitstimmung, einen gesellschaftlichen Aggregatzustand zu einer griffigen Textzeile zu verdichten. So hieß es in einem Song der jüngst groß gefeierten Sängerin Kelis: "Put your eyes on me."

Man könnte diese Phrase zum Schlachtruf der Generation N - wie Netz - ummünzen: "Die Blicke auf sich richten, Augäpfel sammeln" - das ist das Leitmotiv des beginnenden neuen Jahrhunderts. Die gerne zitierten Start-up-Unternehmen aus der Internet-Branche sind gar nicht mehr so sehr daran interessiert, reale Umsätze zu machen, sondern sie wollen, dass so viele Leute wie möglich ihre Website anklicken und sich in ihrer Domain registrieren lassen. Die Erstellung von Businessplänen und die Akquise von Venture-Kapital sind auf das Fundament eines gebündelten allgemeinen Interesses gegründet.

Aufmerksamkeit ist zum Fetisch geworden und hat nur noch bedingt mit dem altbekannten Phänomen Prominenz zu tun. Sie ist


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