Der rote Kurtl

Porträt. Keine Donnerstagsdemos ohne den beleibten bärtigen Mann mit Megaphon. Nun wird Kurt Wendt sein Engagement gegen Schwarz-Blau zum Verhängnis.

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 29/00 vom 19.07.2000

Überrascht war Kurt Wendt schon, als er einen Packen gelber Zettel in seinem Briefkasten fand. "Es war fast wie Brieflose aufreißen", meint er. Nur dass es dabei nichts zu gewinnen gab. Im Gegenteil: Das Innenministerium deckte Wendt mit 14 Vorladungen zu Vernehmungen ein. Als angeblicher Organisator aller Donnerstagsdemos vom 10. Februar bis 11. Mai soll er verabsäumt haben, diese auch ordnungsgemäß anzumelden.

Wendt bestreitet die Vorwürfe. Der Beschuldigte ist zwar Pressesprecher des Aktionskomitees gegen Schwarz-Blau und Demonstrant der ersten Stunde, organisiert haben will er aber nicht: "Die Demos organisieren sich von selbst, niemand darf für die Teilnehmer sprechen. Und deshalb ist auch niemand berechtigt, die Demos anzumelden." Wieso sich die Polizei dann gerade auf ihn stürzt? "Weil ich oft dabei war und das Megaphon in der Hand hatte", glaubt Wendt: Die Polizei müsse eben zeigen, dass sie was tut. Nicht nur wegen seines markanten Äußeren war er aufgefallen: Einen "ZiB


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