Ottakring Vice

Vorstadt-Cops. Fünf Kriminalbeamte stehen vor dem Richter, weil sie eine Frau miss-handelt haben sollen. Der Prozess gibt Einblicke in die Not der Opfer. Und ins verrutschte Weltbild übermotivierter Suchtgiftfahnder.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 29/00 vom 19.07.2000

Können Sie", bittet der eifrige Beamte des Kriminalinspektorates, "können Sie uns bitte noch ein paar Haustiere auf Deutsch aufzählen?" Der Gambier Pap S. stutzt: "Meerschweinchen... Krokodil ..." Krokodil! Da muss der Saal laut lachen. "And you know elephants!", fragt der Richter den Afrikaner. Ja, kennt er. Aber versteht so ein Afrikaner überhaupt das Wort "Schwein"?

Dieses deutsche Wort soll die Polizei Pap. S. zufolge bei einer Hausdurchsuchung verwendet haben. "Oh! Madame blutet wie ein Schwein!", habe ein Kriminalbeamter höhnisch bemerkt, nachdem Claudia B., der Frau des Afrikaners, die Eingangstüre ins Gesicht getreten wurde. Auch als "Bimbohure" und "Negerschlampe" will Frau B. beschimpft worden sein. Weiters im Protokoll: "Ich wünsch da, dass dein Kind an der Nadel hängt!", "Wo is dein Bimbo, des Orschloch?"

Der eifrige Kriminalinspektor, der seine fünf Ottakringer Beamten vor dem Unabhängigen Verwaltungssenat (UVS), einer Behörde, die Polizei-übergriffe aufzuklären


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige