Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 29/00 vom 19.07.2000

Mittlerweile sind sie so bekannt wie die sprichwörtlichen bunten Hunde. Und bunt sind sie allerdings. Die Teletubbies. Jene von grausamen englischen Kindergehirnwäschern ersonnenen Plüschclowns. Geschlechtslos und pummelig sind sie, abgründig lieb und Angst einflößend pädagogisch. Ihre "Oh-ohs" schneiden in Kinderseelen wie Rasierklingen in Sommerbutter, und ich wage nicht daran zu denken, wie die Schauspieler wohl aussehen und riechen mögen nach einem ausgiebigen Drehtag im Teletubbiekostüm. Einen bärtigen Kindergärtner mit Gewichtsproblem sehe ich vor mir, süßlich ins violette Tinky-Winky-Kostüm schwitzend, während er sich in der Studiokantine im Teletubbieland in Warwickshire eine Cola aus dem Automaten drückt. Und seine Kollegin, die ausrangierte britische Provinzprimadonna, die im gelben Laa-Laa-Outfit still vor sich hin leidet und leise Flüche in ihren Espresso haucht. Und ja, die beiden traurigen tschechischen Animateure mit Ichschwäche, die ihr Leben den Imagines von Dipsy und Po gewidmet haben. Deren düstere Gesichter mag ich mir gar nicht erst vorstellen, rot vor Wut und Verzweiflung über die Rollen ihres Lebens.


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