Sideorders: Rezept-Urgestein

Stadtleben | aus FALTER 29/00 vom 19.07.2000

Wenn heute von der Wiener Küche der "guten alten Zeit" die Rede ist, dann von der Küche derweniger begüterten Schichten: Gerichte, die von ihren Produkten her extrem billig waren und deren Kostenfaktor quasi nur in ihrer unendlich langen Zubereitungsdauer begründet lag - und Arbeit kostete ja nichts. Heute sind Sachen wie Bruckfleisch, eine Art Siedefleisch mit Blut, Aorta und anderen Schlachtabfällen, Kutteln oder Kalbskopf eine extrem mühsame und kostspielige Angelegenheit, weil diese Innereien langwierig ausgelöst, gewaschen und gewässert werden müssen. Hier bekommt man das feine Zeug aber fallweise oder regelmäßig: Herkner, 17., Dornbacher Str. 123, Tel. 485 43 86, Mo-Fr 9-22 Uhr.

Herzallerliebstes Vorstadt-Gasthaus mit pittoreskem Garten. Die Portionen sind riesig, die Karte aufs Ambiente abgestimmt. Das sensationelle Bruckfleisch gibts nur im Winter, sonst aber auch viel Deftiges.

Barbanek, 11., Fuchsröhrenstr. 13, Tel. 749 21 18, Do-Mo 9-23 Uhr.

Herzallerliebstes Vorstadt-Beisl auf der anderen Seite der Peripherie, schöner Gastgarten und wahrscheinlich das beste Innereienangebot der Stadt. Alles ohne Schnickschnack zubereitet, vor dem Genuss der speziellen Innereienmenüs sei wegen Unbezwingbarkeit jedoch gewarnt.

Schuppich, 2., Rotensterng. 18, Tel. 212 43 40, Di-Sa 17-24, So, Fei 11-22 Uhr.

Lucia Schuppich gilt als die Spezialistin bei der Kuttelzubereitung. Rezepte entnimmt sie sowohl der Alt-Wiener als auch der norditalienischen Tradition.

Steman, 6., Otto-Bauer-G. 7, Tel. 597 85 09, Mo-Fr 10-24 Uhr.

Revitalisiertes Beisl mit hochambitionierter Traditionskarte. Mittags eher die gängigen Sachen, abends wienerischer Hardcore.


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