Mein Kreisky

Ära Kreisky. Was brachten die dreizehn Jahre des Sonnenkönigs dem Land? Eine Bilanz aus der Entfernung.

Politik | Armin Thurnher | aus FALTER 30/00 vom 26.07.2000

Ein Wort in eigener Sache voraus: Wenn sich die Kinder in der Redaktion erwarten, dass ich mit einem Essay ihre Ich-Bezüglichkeiten mit dem objektivem Zuckerguss des Zeitzeugen versehe, täuschen Sie sich. Zeitzeuge, das heißt ja ungefähr so viel wie "junger Alter", Mitglied der "golden Generation", willkommen in den "besten Jahren". Danke auch.

In Wahrheit ist die Sache so: Ich hatte keinen Kreisky.

Wieso fragen die mich, dachte ich, als eine Illustrierte meine Wortspende zum Thema abrief. Ahso, Zeitgenosse! Klar, der Falter wurde 1977 gegründet, mitten im tiefsten Kreisky. Und doch habe ich nichts an persönlichen Begegnungen aufzuweisen. Nichts, außer ein paar zufälligen Treffen am Weg. Unsere Arbeitsplätze lagen nicht weit voneinander; genau genommen keine 100 Meter Luftlinie. Das Institut für Theaterwissenschaften, wo ich manchmal studierte, befand sich in der Hofburg, im Michaelertrakt, dem Ballhausplatz, wo er meistens arbeitete, ziemlich nahe. Ich erinnere mich noch genau


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