Everybody's Darling

ORF. Die politische Farbe der "Report"-Chefin Gisela Hopfmüller, die heuer die TV-Sommergespräche leitet, ist trotz FPÖ-Vergangenheit nicht auszumachen. Mit Fleiß, Genauigkeit und Strenge sich selbst gegenüber avancierte sie zur ORF-Vorzeigefrau, die sie nie werden wollte.

Medien | Eva Weissenberger | aus FALTER 30/00 vom 26.07.2000

Jörg Haider fühlt sich in die Ecke gedrängt und geht zum Gegenangriff über: "Also, da warn S' jetzt nicht sehr sattelfest in der Antwort", feixt er, beißt sich auf die Unterlippe und grinst von einem Ohr zum anderen. "Herr Dr. Haider, mit ihrer Sattelfestigkeit kann ich, glaub ich, mithalten", seufzt Gisela Hopfmüller herablassend. Haider grinst noch immer: "Na, absolut nicht!" - "Ich bedanke mich für das Gespräch", fällt ihm Hopfmüller ins Wort, wendet sich der zweiten Kamera zu und moderiert emotionslos einen Beitrag über die Pensionsreform an. Bei den ORF-Sommergespächen, die Gisela Hopfmüller heuer leitet, wird ihr das schlichte Parteimitglied aber ohnehin nicht über den Weg laufen. Denn geladen sind nur die Parteichefs.

Trotzdem ärgert sich Peter Westenthaler noch immer ein bisschen, wenn er an das "Report"-Interview vom 4. Juli denkt: "Wenn sie einen schlechten Tag hat, ist sie unerträglich." Aber sonst fällt dem FPÖ-Klubobmann, der ORF-Journalisten gerne öffentlich


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