Komm, süßer Tod

Bach 2000. Eine Liebeserklärung an die Kantate, die im riesigen Îuvre von Johann Sebastian Bach nicht nur quantitativ eine gewichtige Rolle spielt.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 30/00 vom 26.07.2000

Es begann vor ziemlich genau zwei Jahren. Ich habe sie beim Tanzen kennengelernt. Gut: Gekannt hatte ich sie schon vorher, aber das waren nur flüchtige Begegnungen, und man kann nicht behaupten, dass ich in sie verliebt war. Die Rede ist von der Bach-Kantate, und erwischt hat es mich - wo sonst? - im Theater. Im Sommer 1998 zeigte der belgische Choreograph Alain Platel beim Tanzfestival Im Puls sein Stück "Iets op Bach" (Ein wenig über Bach), in dem alltägliche Straßenszenen von heute mit - live gespielten - Stücken von Bach konfrontiert wurden. Besonders eine Arie hatte es mir angetan. Ich fand heraus, wie sie heißt ("Ich habe genug"), wer sie ist (die erste Arie aus einer Bass-Kantate) und wo sie wohnt (BWV 82). Dann ging ich ins Plattengeschäft und kaufte meine erste Kantaten-CD.

Es sollte nicht die letzte bleiben. In der im Aufbau begriffenen Klassik-Abteilung meines CD-Regals ist die Bach-Kantate überproportional vertreten; die Kantaten (derzeitiger Stand: 21 CDs) haben zwar


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige